Auf Märchen ́s Schwingen durch Europa

in der Volksschule Kuchl/A + Mittelschule Trostberg/D

Am 9. Oktober fuhren wir- die Ganztagesklasse 5cg der Mittelschule Trostberg mit ihren Lehrerinnen Claudia Langmaier und Anne Gunkler- nach Kuchl in Österreich, um gemeinsam mit einer 4. Klasse dort an einem Projekt teilzunehmen. Dabei ging es darum, anhand von Märchen einige Länder Europas vorzustellen und in einem anschließendem Workshop die jeweilige geographische Lage und die vielen Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit den genannten Ländern anzusprechen.

So fuhren wir an diesem 9. Oktober bei Kaiserwetter nach Österreich und wurden von unseren Erzählerinnen Anette Herrmann und Klara Miller Führen in Kuchl vor der Schule herzlich empfangen. Die Schule sah eher aus, wie ein traditionelles Rathaus mit großen Fenstern, einem Erker und vielen Geranienkästen auf den Fensterbänken. Wir staunten sehr. Als wir eintraten, wurden wir von der Frau Direktorin Marlene Walkner und der Klassenleiterin einer 4. Klasse, Elisabeth Vidreis willkommen geheißen. Bei dem warmherzigen Empfang fühlten wir uns sofort wohl. Nach einigen Blicken in die sehr modern ausgestatteten Klassenzimmer gingen wir in den Musikraum, in dem der erste Teil des Projektes stattfinden sollte. Zusätzlich zu uns Fünftklässlern waren noch dieViertklässler von Frau Viereis aus Österreich dazugekommen. Rege Gespräche begannen und wir erzählten uns gegenseitig, wer wir waren.

Da kamen unsere zwei Erzählerinnen und das Abenteuer begann. Ohne jede technische Unterstützung, nur begleitet vom Geigenspiel von Anette Hartmann entführten sie uns in eine andere Welt! Geführt wurden wir von zwei Figuren aus dem Land der Körperlosigkeit, Lupo und Pierrine. Sie flogen mit uns über ganz Europa und machten in einigen Ländern Station. Dort erzählten sie jeweils eine landestypische Geschichte. Wie hörten von Feen, die Wünsche erfüllen, von einer

Zaubergeige, die die Menschen zum Lachen, aber auch zum Weinen bringen konnte. Von einem Zauberfläschchen, das ein wunderbares Festmahl hervorzaubern konnte und einem Zauberpferd, das so schnell wie der Wind war. Gebannt lauschten wir ihren Worten und fast konnten wir das Pferd scharren und schnauben hören. Wir hielten die Luft an, als ein riesengroßer Löwe einem Mann seine Freundschaft anbot, weil der ihn von einem Dorn befreit hatte. Außerdem wurde bei dieser Reise deutlich, wie das Europa von vor 250 Jahren heute sein Gesicht verändert hat. Lupo war verblüfft über den Lärm heutzutage, er freute sich über die Vielfalt der Speisen und konnte nicht genug staunen über dieses „ neue“ Europa, das er nun kennenlernte.

Nach einer Stunde kehrten wir in unsere Welt zurück. Die Klassen wurden gemischt und aufgeteilt. Wir stellten uns die Frage: Wo sind denn die Länder, von denen gerade erzählt wurde?“ Außerdem machten wir uns Gedanken darüber, was wir über diese Länder schon wussten. Wir fanden viele Gründe, dorthin zu reisen, die wir uns anschließend mitteilten. Jeder war schon in einem anderen Land Europas gewesen und allen hatte es dort gefallen. Letztendlich tragen wir Europa ja in uns- nämlich in unseren Mägen!!! Man denke nur an Pizza, irische Butter oder Croissants!

Inzwischen war es Mittag geworden und unsere österreichischen Gastgeber hatten uns zu einer reichhaltigen Jause- zu der wir einige Kuchen beisteuerten- eingeladen. Nicht weit hinter der Schule gibt es einen See mit Wiese und einem Spielplatz und dorthin schlenderten wir zum Picknicken. Beim gemeinsamen Spielen und Essen lernten wir uns noch besser kennen- bei 24 Grad und strahlendem Sonnenschein! Als wir aufbrachen, um zur Heimreise anzutreten, bedauerten wir nur eines: dass der Tag viel zu kurz gewesen war!

„ Das war der schönste Schultag meines Lebens!“, „Müssen wir wirklich schon heim?“, „ Wann kommen wir wieder?“, das waren nur einige Kommentare der Schülerinnen und Schüler.

Wir werden das Projekt fortführen, indem wir die Märchen noch einmal schriftlich erzählen, zusätzlich mit Zusatzinformationen aus der heutigen Zeit und eine Ausstellung zusammenstellen. Danach werden wir in Gruppenarbeit Märchen selbst erfinden und diese mit Schattenspielfiguren und musikalischer Untermalung darstellen. Zu der Märchenvorstellung haben wir unsere

österreichischen „Projektkollegen“ natürlich schon eingeladen, damit sie mit uns einen genauso schönen Tag verbringen können, wie wir ihn in Kuchl hatten.

 

Europa – nur ein Märchen?

Zuerst möchten wir uns ganz herzlich für das tolle Projekt bedanken. Es hat uns sehr gefreut, dass wir die zwei Märchenerzählerinnen Annette und Klara bei uns empfangen durften. Außerdem hat es großen Spaß gemacht, Vormittage mit den Klassen aus Deutschland und ihren Lehrerinnen zu verbringen!

Nun ein kurzer Bericht, wie der Projektvormittag bei und für uns abgelaufen ist:

Als Vorbereitung haben wir uns in den Klassen bereits

sehr ausführlich und intensiv mit dem großen Thema Europa beschäftigt. Wir haben uns dazu mit den verschiedenen europäischen Ländern auseinandergesetzt, haben die geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung unter die Lupe genommen und uns mit aktuellen Thematiken (auch die EU betreffend) beschäftigt.

An den Projekttagen haben wir uns zuerst alle gemeinsam in unserem Musikraum zur Märchenstunde getroffen. Annette und Klara haben ihre Märchen, Sagen und Geschichten sehr lebhaft und anschaulich präsentiert. Gemeinsam sind wir auf eine Phantasiereise quer durch Europa gegangen und haben im Zuge dessen einige europäische Länder besser kennen gelernt.

Anschließend wurde in zwei kleineren Gruppen (deutsche und österreichische Kinder gemischt) weitergearbeitet. Das zuvor Gehörte wurde noch einmal reflektiert und besprochen. Verschiedene Gruppenspiele und kleine Gruppenarbeiten trugen dazu bei, dass die Kinder aus Deutschland und Österreich in Kontakt miteinander traten und sich besser kennen lernten.

Bei einer leckeren und sehr üppigen Jause am Kuchler See ließen wir den gemeinsamen

Projektvormittag gemütlich ausklingen.